Was ist JEP?

JEP ist ein Projekt kultureller Jugendbildung, das im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“ vom BMBF gefördert wird. Das Paritätische Bildungswerk Bundesverband e.V. fungiert als Erstzuwendungsempfänger, welcher die vom BMBF bereitgestellten Mittel an Träger, die Projekte im Rahmen von JEP umsetzen möchten (sog. Letztzuwendungsempfänger), weiter leitet.

topDas bedeutet, interessierte Institutionen sind zur Antragstellung aufgefordert!


 

link Ein Wort zu kultureller Bildung

link Zielgruppen von JEP

link Was bedeutet "bildungsbenachteiligt"?

link Ziele von JEP

link Formate der Maßnahmen

link Konzeptionelle Aspekte

link Was wir den beteiligten Trägern bieten

 

 



Ein Wort zu kultureller Bildung …

Kulturelle Bildung verstehen wir als eine Art, aber auch Ort des Lernens,die bzw. der nach Möglichkeit für alle Kinder und Jugendlichen offen und zugänglich sein sollte und der die Interessen und Anliegen der Kinder und Jugendlichen aufgreift. Kulturelle Bildung findet nicht nur im formalen Bildungssystem, sondern besonders auch in non-formalen Bildungskontexten und häufig auch auf informelle Art statt. Das bedeutet, das Projekt JEP bezieht sich auf einen weiten Bildungsbegriff.


Kulturelle Bildung bezieht sich zudem auf einen weiten Kulturbegriff, d.h. mit Kultur sind Ausdruckformen von Hoch-, Alltags und Subkultur gemeint. Gleichzeitig befinden sich kulturelle Ausdrucksformen in einem stetigen Wandel, vermischen sich miteinander und werden ständig neu geschaffen und entwickelt.
Jugendliche sind hier nicht nur Rezipienten oder Anwender/innen von Kultur und kulturellen Codes, sondern vor allem auch Kulturschaffende. Jedem Jugendlichen wird zugetraut, sich kulturell zu äußern, sich durch Aktivitäten kultureller Bildung weiterzuentwickeln und sich durch kulturellen Ausdruck anderen mitzuteilen. Jeder Jugendliche bringt per se die Kompetenzen mit, um aktiv an kultureller Bildung teilzunehmen und mitzuwirken.


Das Projekt JEP führt die Aspekte der Bildung sowie der sozialen Teilhabe von Jugendlichen konzeptionell und praktisch zusammen, indem bildungsbenachteiligte Jugendliche an Kursen, Workshops und Ferienfreizeiten im Bereich der darstellenden Kunst, digitale Kunst/Medienkunst oder Musik teilnehmen.

 


Was sind die Zielgruppen von JEP?
Zielgruppe von JEP sind Jugendliche im Alter von 12-18 Jahren, die bildungsbenachteiligt sind. Auch nicht bildungsbenachteiligte Jugendliche können im Ausnahmefall an JEP-Maßnahmen teilnehmen, sofern prioritär bildungsbenachteiligte Jugendliche erreicht werden.

Was bedeutet bildungsbenachteiligt?
Das BMBF beruft sich bei der Definition der Gruppe der Bildungsbenachteiligten auf den Nationalen Bildungsbericht 2010, der unterschiedliche Risikolagen, in denen Kinder und Jugendliche aufwachsen können, benennt.
Zur Gruppe der Bildungsbenachteiligten gehören demnach:

  • Kinder aus Familien, in denen mindestens ein Elternteil arbeitslos ist
  • Kinder aus bildungsfernen oder einkommensschwachen Familien

Die sozialräumliche Ausrichtung und Beschreibung der Aktivitäten dokumentiert und gewährleistet, dass diese Zielgruppe erreicht wird.



Was sind die Ziele von JEP?
Das BMBF nennt vier Ziele des Programms „Kultur macht stark“:
  • Förderung von Kindern und Jugendlichen, Eröffnung neuer Bildungschancen
  • Förderung einer sozialen Bewegung für Bildung, Stärkung von Ehrenamt und
    bürgerschaftlichem Engagement
  • Vernetzung von lokalen Bildungsakteuren
  • Kulturelle Bildung in die Breite tragen

 

Die Ziele von JEP beziehen sich auf mehrere Ebenen:
In Bezug auf die Jugendlichen:

 

In Bezug auf die Bündnisse für Bildung:


In Bezug auf die lokale Bildungssituation im Sozialraum:

 

Die kulturelle Bildung im Sinne ganzheitlichen Lernens ist im Besonderen dazu geeignet, die Jugendlichen zu stärken, ihre Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und ihre aktive Auseinandersetzung mit Welt zu fördern. Daher gehen wir davon aus, dass die Jugendlichen in zahlreichen Fähigkeiten und Kompetenzen gefördert werden, wie z.B.

Aber: es geht bei JEP nicht darum, die kulturelle Bildung im Sinne von Verwertbarkeit und Kompetenzorientierung in der Bildung zu instrumentalisieren. Kulturelle Bildungsprozesse sind, wie alle anderen Bildungsprozesse auch, nicht-linear, nicht vollständig planbar und manifestieren sich vor allem im Vorgang des eigenen Lernens als Konstruktion. Vielmehr sollen die vielfältigen positiven Erfahrungen und Erfolgserlebnisse, die Jugendliche durch kulturelle Bildung machen, auch benachteiligten Jugendlichen zugänglich gemacht werden.


Welche Maßnahmeformate gibt es?
Maßnahmen im Rahmen von JEP können als Kurse, Workshops und mehrtägige Ferien- oder Wochenendfreizeiten durchgeführt werden. Die einzelnen Formate können auch miteinander kombiniert werden. Für alle Formate ist es obligatorisch, dass die Ergebnisse in öffentlichen Vorführungen präsentiert werden. Näheres über die Formate und die konkreten Antragsbedingungen finden Sie unter der Rubrik
topHinweise zur Antragstellung


Welche konzeptionellen Aspekte spielen bei JEP eine Rolle?
topGeschlechtssensibles/geschlechtshomogenes Arbeiten:

Das Thema Gender soll auf unterschiedlichen Ebenen mit den Jugendlichen reflektiert werden. Umgesetzt wird dieser Aspekt durch eine geschlechtersensible Arbeit und/oder durch die Arbeit in geschlechtshomogenen Gruppen.
Die Arbeit in geschlechtshomogenen Gruppen ist jedoch kein Selbstzweck, sondern dient dazu, bestimmte Ziele im Rahmen der pädagogischen bzw. kulturellen Arbeit zu erreichen. Sie ist besonders dafür geeignet, den Jugendlichen einen geschützten Raum zur Verfügung zu stellen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Geschlechterrollen zu reflektieren, den eigenen Umgang und eigene Erfahrungen mit diesen Rollen zu thematisieren und neue Handlungs- und Haltungsspielräume zu erproben. Hierbei gilt es stets, die Dualität des  Geschlechterverhältnisses nicht weiter zu verstärken, sondern kritisch in ihrer Konstruiertheit in den Blick zu nehmen. Hierfür eignet sich besonders eine Kombination aus geschlechtshomogenem Arbeiten und reflexiver Koedukation.


topPartizipation: Die Jugendlichen sollen an der Gestaltung und Durchführung des Angebots aktiv beteiligt sein und sich einbringen können.
Dies setzt voraus, dass die Kursleiter/innen eine bewusste Haltung zum Thema Partizipation einnehmen und bereit sind, ihre Gestaltungs- und Entscheidungsmacht mit den Jugendlichen zu teilen. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit erhalten, die jeweilige Maßnahme als ihre eigene zu begreifen und zu gestalten. Sie sollen mitsprechen und mitbestimmen können – denn Partizipation ist die Voraussetzung für das Erleben von Selbstwirksamkeit, für die Stärkung des Selbstvertrauens und der Selbständigkeit und damit ein wesentlicher Faktor für die Befähigung zum Engagement. Eine demokratische Gesellschaft braucht Bürger/innen die mitbestimmen und mitgestalten wollen – und dafür erfordert es dementsprechende Bildung.


topEngagement: Freiwillige sollen, nach Möglichkeit als Mentor/innen, die Arbeit im Projekt unterstützen und gleichzeitig werden die teilnehmenden Jugendlichen an freiwilliges Engagement herangeführt.
Zum einen ermöglicht die Einbindung von Freiwilligen in die JEP-Maßnahmen jungen interessierten Menschen, im Bereich der kulturellen Bildung aktiv zu werden. Als attraktives Einsatzfeld von freiwilligem Engagement profitieren hier die Angebote kultureller Bildung von der Unterstützung der Freiwilligen, aber auch die Freiwilligen machen wertvolle Erfahrungen und durchlaufen selbst einen Bildungsprozess. Zentral ist hierbei, dass die Träger im lokalen Bündnis die Freiwilligen systematisch in die Planungen und Tätigkeiten einbinden, sie begleiten und ihre Leistungen anerkennen. Zum anderen können die Jugendlichen, die an einer JEP-Maßnahme teilnehmen, auf diese Art und Weise einen Eindruck von Engagementmöglichkeiten bekommen und selbst bei Interesse in zukünftigen Aktivitäten im Rahmen des lokalen Bündnisse als Freiwillige unterstützend wirken.


Was bietet das Paritätische Bildungswerk den beteiligten Trägern?
Das Paritätische Bildungswerk Bundesverband e.V. bietet den beteiligten Trägern eine umfassende Beratung und Vernetzung auf Bundesebene.
Diese setzt sich zusammen aus Antragsberatung und Fachberatung für die einzelnen Bündnisse sowie Vor-Ort-Besuche. Konzepte und Ergebnisse der Lokalen Bündnisse werden auf der JEP-Homepage veröffentlicht. Des Weiteren stellt das Bildungswerk Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit sowie fachliche Handreichungen zu relevanten Themen, die teilweise gemeinsam mit den Bündnissen entwickelt werden, zur Verfügung. Ein weiterer Baustein sind bundesweite Fachveranstaltungen, die eine Plattform zur Vernetzung und Fortbildung der lokalen Bündnisse bieten, sowie zugleich die Präsentation der Ergebnisse einzelner Maßnahmen durch die Jugendlichen vorsehen.


Für Hinweise zur Antragstellung klicken Sie bitte hier.

 

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